Der Projektor
 

Ein Filmprojektor für den Einsatz im Filmtheater besteht aus folgenden Einheiten.

    - Das Laufwerk (Projektorkopf)

    - Das Tongerät

    - Das Lampenhaus

    - Wickeleinrichtung für min. 600m Spulen
 
 

Das Laufwerk sorgt für den Filmtransport durch den Projektor, sowie für die Projektion des Bildes. Der Film wird über die Vorwickelrolle (Abb. 1) gleichmäßig in den Projektor gezogen. Um den Film auf die Leinwand zu projezieren, muß der Film für einen Moment im Bildfenster des Projektors stehen bleiben. Hierfür wird die obere Filmschlaufe (Abb. 1) benötigt. Sie gleicht den durch den kurzen Stop des Filmtransportes im Bildfenster der Filmbahn (Abb 1 u. Abb. 2) auftretenden Filmstau aus. Während des Filmtransportes verdeckt die Blende das Bildfenster, damit der Filmtransport nicht sichtbar ist. Da die 24 Bilder, die ein Kinofilm je Sekunde gespeichert hat, für eine flimmerfreie Wiedergabe nicht ausreichen, verdeckt die Blende die Projektionslampe ein zweites Mal, obwohl der Film nicht transportiert wird. Jedes Bild wird zweimal auf die Leinwand projeziert. Die daraus entstandene Bildwechselfrequenz von 48Hz (48 Bilder/sec.) reicht für eine flimmerfreie Wiedergabe gerade aus. Unter dem Bildfenster befindet sich die Schaltrolle (Abb. 1). Sie transportiert den Film nach der zweimaligen Projektion eines Filmbildes um ein Bild (4 Perforationslöcher bei 35mm) weiter. Zwischen der Schaltrolle und dem Tongerät gibt es eine zweite Filmschlaufe (Abb. 1), da der Film im Tongerät und zum Aufwickeln wieder gleichmäßig transportiert werden muß. Am Tongerät ist(sind) die Bremsrolle(n) (Abb. 1) angebracht, sie beruhigt(beruhigen) den Filmlauf vor der Tonabtastung.

Abbildung DP70 Laufwerk(Abb. 1)
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Abbildung Bildfenster DP70(Abb. 2)

Die Tonrolle (Abb. 3) ist über die Achse mit einer großen Schwungscheibe verbunden und wird nur passiv durch den Film angetrieben. Sie sorgt für niedrige Gleichlaufschwankungen bei der Tonabtastung. Sie ist bei neuen Projektoren nur so breit, daß sie die Lichtonspur auf dem Film nicht verdeckt, bei alten Prjektoren haben die Tonrollen oft eine Aussparung für die Tonspur. Das Licht der Tonlampe wird auf die Tonspur gebündelt (Abb. 3), durchleuchtet die Tonspur und wird auf der anderen Seite von zwei Solarzellen in elektrische Energie umgewandelt. Die Nachwickelrolle (Abb. 3) zieht den Film aus dem Projektor. Alle anderen Rollen dienen der Filmführung. Alle filmführenden Teile am Projektor (außer der Tonrolle), sind so gebaut, daß sie den Film nur an der Perforation berühren. Eine Beschädigung des Films durch eine stehengebliebene Rolle ist deshalb nicht so leicht möglich.

Abbildung DP70 Tongerät(Abb. 3)

Den Antrieb der Schaltrolle übernimmt das Malteserkreuzgetriebe. In der Abb. 4 ist zu sehen, wie das Malteserkreuzgetriebe diese Aufgabe bewerkstelligt. Der runde Teil wird vom Projektormotor angetrieben und dreht sich in unserem Beispiel links herum. Wenn der Stift am Kreuz angelangt ist (Abb. 4/1), greift er hinein und dreht das Kreuz eine viertel Umdrehung (Abb. 4/2-3) weiter. Eine Schaltrolle für 35mm Film hat je Seite 16 Zähne und transportiert den Film im Bildfenster je ¼ Umdrehung des Malteserkreuzes um 4 Perforationslöcher je Filmseite weiter. Ist die Drehung beendet, verriegelt das Kreuz (Abb. 4/4) und der Filmtransport kommt bis zur nächsten ¼ Umdrehung.

Abbildung Funktion des Malteserkreuzes(Abb. 4)

24 dieser Schaltvorgänge führt das Malteserkreuzgetriebe in einer Sekunde aus. Das sind 1440 in der Minute, in einer normalen Vorstellung mit Werbung und Hauptfilm (gesamt ca. 150 Min.) 216000 Schaltvorgänge. Bei 3 Vorstellungen pro Tag sind das 648000, in der Woche 4536000, im Jahr also 240408000 (Zweihundertvierzigmillionenvierhundertachtausend) Schaltvorgänge. Dabei darf sich das Material des Malteserkreuzgetriebes kaum abnutzen, da sich jeder µm Spiel
im Malteserkreuz direkt über die Schaltrolle auf die Filmposition des zu projezierenden Bildes auswirkt. Durch die enorme Vergrößerung sind solche Bildstandsfehler bei älteren Projektoren deutlich zu sehen. Einige Hersteller versuchen z.Z. das Malteserkreuzgetriebe durch elektrische Schrittmotoren zu ersetzen. Ob sie dieser hohen Belastung im Kinoalltag gewachsen sind, muß sich aber erst noch zeigen.
 
 

Als Projektionslampen werden im professionellen Kinobetrieb Xenon-Hochdruckkurzbogenlampen ( Abb. 5) eingesetzt.

Abbildung Xenonlampe(Abb. 5)

In dem Quarzkolben, der sich zwischen den Metallhülsen befindet, sind die beiden Elektroden untergebracht. Der Kolben ist gefüllt mit dem Edelgas Xenon. Zum Betrieb wird eine Gleichspannung von 80-100 Volt an die Lampe angelegt, der von einem kurzen Hochspannungsstoß überlagert wird. Durch das Anlegen dieser Hochspannung springt ein Funke zwischen den Elektroden über, der das Xenongas zwischen den Elektroden ionisiert. Mit diesem Vorgang ist das Gas ein guter Leiter geworden und die Gleichspannung kann durch das Gas fließen. Die Gleichspannung fällt jetzt auf 18-30V zusammen, je nach Lampengröße fließen jetzt bis zu 160 Ampere durch die Lampe. Direkt vor der Kathode (negative Elektrode) bildet sich ein Plasmapunkt von sehr hoher Leuchtdichte und einer Lichtfarbe, die dem normalen Tageslicht sehr ähnlich ist. Dieser Leuchtpunkt wird in dem Bildfenster des Projektors gebündelt (Abb. 6). Je nach Lampentyp müssen die Xenon-Lampen
stark mit Luft gekühlt werden, ab 4000W ist eine Kühlung (z.B. durch einen Wasserkreislauf) des Projektors im Bildfensterbereich sehr zu empfehlen. Die hohe Leuchtkraft, der hohe UV-Anteil sowie der hohe Druck im Innern der Lampe, der im kalten Zustand das 12fache, im heissen Zustand das 30fache des normalen Atmosphärendruckes erreichen kann, macht den Umgang mit diesen Lampen sehr gefährlich. Viele Sicherheitsvorschriften sind hier zu beachten !
 

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