Bildformate
 

Je nach Filmformat sind verschiedene Bildformate möglich. Ein 35mm Kinofilm z.B. hat heute 3 gebräuchliche Bildformate. 1:1,66 - 1:1,85 und 1:2,35 (Cinemascope).
Diese Seite beschreibt die 35mm Formate 1:1,371:1,66 - 1:1,851:2,35 (Cinemascope).

Der 70mm Film hat unzählige Bildformate. Wir erläutern hier deshalb die zwei wichtigsten, die 70mm Formate  1:2,2 und Imax.
 
 

35mm - 1:1,37 (Normalformat)

Beim 35mm Film hat das Bild eine Höhe von 4 Perforationslöchern je Seite. Daraus ergab sich bei der Ausnutzung der vollen Filmbreite ein Bildformat im Verhältnis 1:1,33 (Höhe:Breite). Alle alten Stummfilme haben dieses Format. Ende der 20er Jahre kam dann der Tonfilm. Erste Versuche mit paralell abgespielten Schellackplatten waren nicht sehr erfolgreich. Der Lichtton entstand. Auf dem Film wurde ein Streifen belichtet, der die Toninformation in seiner Helligkeit trägt. D.h. im Takt der Musik oder Sprache ändert sich die Helligkeit des Streifens wie die Größe einer Schallplattenrille. Dieser Streifen - die Tonspur - hat natürlich eine gewisse Breite. Um sie auf dem Film unterzubringen ohne in zu verbreitern, muße das Filmbild etwas schmaler werden und möglichst weit nach links rücken (unter Verkleinerung des Abstandes zur Perforation). Durch die Vergrößerung des Bildstrichs (der Bereich zwischen den Bildern) hatte das neue Format ein Seitenverhältnis von 1:1,37 (Abb. 1). Danach änderte sich bis 1953 nichts Wesentliches am Film.

Filmbild 1:1,37(Abb. 1)













35mm - 1:2,35 (Cinemascope)

Das Format 1:1,37 entspricht nicht dem natürlichen Sehfeld. In der Anfangszeit des Kinos, als die Bilder in Schwarzweiß über die Leinwand ruckelten, war das sicherlich egal, aber mit der Verbesserung von Bild und Ton wurde dieser Aspekt für die realitätsnahe Bildwiedergabe immer wichtiger. Um die Verbreiterung des Filmbildes zu erreichen, wurde das Bild bei der Aufnahme im Verhältnis von ca. 2:1 in der Breite gestaucht (Abb. 2) und bei der Wiedergabe im Kino wieder entzerrt (Abb. 3).

Filmbild 1:2,35(Abb. 2)
 

Bild in ca. 1:2,35 (auf der Leinwand)(Abb. 3)

Der Nachteil dieser Technik bestand darin, daß zur Wiedergabe zusätzlich zu dem Objektiv ein Konverter - der Anamorphot - nötig wird, der seinen Preis hat und noch nicht in jedem Filmtheater vorhanden war. Außerdem gab es damals kleine Unterschiede in den Formaten je Filmverleiher, sie reichten von 1:2 bis 1:2,7. Heute ist das Verfahren einheitlich und heißt Cinemascope. Es hat ein Format von 1:2,35.
 
 

35mm - 1:1,66 und 1:1,85 (Breitwand)

Um das Filmbild zu verbreitern, aber mit den Kinos, die keine Cinemascopeausrüstung hatten, kompatibel zu sein, wurde das Breitwandverfahren entwickelt. Die Breite eines Breitwandbildes auf dem Film entspricht der des Normalformates 1:1,37 (Abb. 4), es ist nur nicht so hoch (Abb. 5).

Filmbild 1:1,37(Abb. 4)

Filmbild 1:1,66(Abb. 5)

Bei der Wiedergabe verwendet man ein Objektiv kleinerer Brennweite wie beim Normalformat, welches das Bild auf der Leinwand vergrößert darstellt. Durch die Vergrößerung ist es jetzt natürlich breiter als das Bild im Normalformat, da die Vergrößerung linear ist. Filmtheater, die damals kein Objetiv für das Breitwandformat gehabt haben, konnten den Film auch vorführen - dann natürlich mit schwarzen Streifen oben und unten wie heute im Fernsehen.
 

Das Breitwandformat gibt es in zwei Varianten mit 1:1,66 (Abb.6)  und 1:1,85 (Abb.7).

Filmbild 1:1,66(Abb. 6)

Filmbild 1:1,85(Abb. 7)

1:1,66 wird überwiegend in Europa, 1:1,85 im Rest der Welt verwendet.

Viele amerikanische Filme werden heute im Normalformat 1:1,37 gedreht, aber so, daß der Bildinhalt, der über das Breitwandformat hinaus geht, unwichtig ist. Bei der Vorführung im Kino werden diese Teile des Bildes abgeschnitten (Abb. 8 und 9), im TV zum Teil wiedergegeben. Das ermöglicht eine Wiedergabe dieser Filme im Fernsehen ohne die schwarzen Streifen oben und unten.

Filmbild in 1:1,37 für die Wiedergabe in 1:1,66(Abb. 8)

Filmbild in 1:1,37 für die Wiedergabe in 1:1,85(Abb. 9)

Siehe auch Kinofilme im Fernsehen.
 
 

70mm - 1:2,2

Der 70mm Kinofilm läuft vertikal durch den Projektor, ein Filmbild ist 5 Perforationslöcher (Abb. 10) hoch.

70mm Filmbild(Abb. 10)

Es hat fast die gleiche Bildbreite wie das 35mm Cinemascopeverfahren mit 1:2,35, aber auf dem Film eine wesentlich größere Fläche zur Verfügung. Der Qualitätsgewinn ist gigantisch. Leider ist der 70mm Film in deutschen Kinos fast ausgestorben. Verantwortlich hierfür sind die hohen Kosten in der Herstellung der Filmkopie, da mehr Filmmaterial bei gleicher Spielzeit wie bei 35mm benötigt wird, und die Magnettonspur nicht wie der Lichtton optisch mitkopiert werden kann.

Mehr dazu lesen sie auf der Seite Tonformate.
 
 

IMAX ®

Zur Weltausstellung 1967 in Montreal wurde der Öffentlichkeit ein neues Verfahren für die realitätsnahe Wiedergabe von Filmen vorgestellt. Bei IMAX läuft ein 70 mm Film horizontal durch den Projektor. Ein Filmbild hat eine Breite von 15 Perforationslöchern (Abb. 11).

Filmbild IMAX(Abb. 11)

Die Abb. 11 bedarf mit Sicherheit keines weiteren Kommentars.

Weitere Infos über die IMAX Technik gibt es hier:  http://www.imax-filmtheater.de/
 

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